BAMBUS CAMPUS

Die HfG Offenbach steht vor einer historischen Zäsur. Der Umzug in das Hafengebiet ist nicht nur eine räumliche Veränderung, sondern die Chance, die Identität der Hochschule als weltweit führende Innovationsstätte neu zu definieren. Ich habe mich um das Amt des Präsidenten beworben, um diesen Neubau nicht nur zu verwalten, sondern ihn zum Fundament einer materialtechnischen und sozialen Revolution zu machen.

Mein Konzept bricht mit konventionellen Architekturvorstellungen: Ich schlage vor, den Neubau im Hafen als reinen Bambus-Bau zu konsolidieren.

Bambus ist die Antwort auf die ökologische Krise der Bauwirtschaft. Selbst aus Asien importiert ist er nachhaltiger als Beton, wächst er auch in Deutschland bis zu einem Meter pro Tag. Dabei bindet  er extrem hohe Mengen an CO2 und besitzt eine Zugfestigkeit, die die von Stahl übertrifft. 

Während die Bauindustrie für einen massiven globalen Emissionsausstoß verantwortlich ist, schaffen wir in Offenbach ein Gebäude, das als Kohlenstoffspeicher fungiert. Durch die Verwendung von Bambus als alleinigem Konstruktionsmaterial setzen wir ein Zeichen für eine radikale Wende in der deutschen Materialwirtschaft.

Die neue HfG wird kein statisches Gebäude, sondern ein lebendes Labor. Ich werde neue Forschungs- und Werkstätten gründen, die sich explizit auf die Schnittstelle zwischen Naturmaterial und High-Tech spezialisieren. 

Hier werden Verfahren entwickelt, um Bambusfasern und -segmente mittels computergestützter Fertigung in komplexe, organische Strukturen zu verwandeln. KI-gestützte Designprozesse werden die Statik und Materialeffizienz des Bambusbaus optimieren und völlig neue ästhetische Formen ermöglichen.
Die HfG wird zur führenden Instanz für die Zertifizierung neuer Bautechniken. Wir schaffen die Normen, nach denen die Städte von morgen gebaut werden.

Ein zentraler Pfeiler meiner Präsidentschaft ist die tiefe Integration der Studierenden in den Entstehungsprozess. Der Bau wird nicht „vorgesetzt“, sondern von der Hochschule selbst entwickelt.

Das heißt Studierende aller Fachbereiche gestalten die Module des Campus aktiv mit. Hierzu werde ich ein Programm etablieren, bei dem Bauvorhaben Studierender gefördert werden. So wird der Campus zu einem Projekt, dass Identifikation schafft.

Unter meiner Leitung werde ich zudem den großflächigen Anbau von genetisch modifiziertem Bambus in der Region um Offenbach und Frankfurt veranlassen. Die Modifikationen stellen sicher, dass der Bambus auch in unserem Klima frosthart und schädlingsresistent ist. 

Die Verbreitung von einem Meter pro Jahr in der Breite ist durch Sperren leicht kontrollierbar. Sogar eine nachträgliche Entfernung ist bei einer maximalen Wurzeltiefe von einem Meter überschaubar. Im Gegensatz zu Monokultur geplagten Äckern verhindert ein Bambuswald Erosion, hält das Regenwasser, erhöht den Grundwasserspiegel und letztlich auch die Biodiversität, während er gleichzeitig als Rohstoffquelle für die zukünftigen Erweiterungen und Projekte der Hochschule dient.

Wir bauen kein Gebäude – wir begründen ein neues Zeitalter. Die HfG Offenbach wird unter meiner Führung zum internationalen Leuchtturmprojekt für nachhaltige Gestaltung und zukunftsweisende Technologie. Wir werden beweisen, dass eine Kunsthochschule die Kraft hat, die industrielle Basis eines Landes zu transformieren.

Zeitgleich mit meiner Bewerbung habe ich eine Petition für einen ersten staatlich geförderten Bambuswald Deutschlands veröffentlicht: https://c.org/2vWd42CjQM

Ich freue ich mich über ihre Unterstützung!

Mit visionären Grüßen

Dirk Baumanns